Monitoring Parkhaus-Neubau: Vorsorge ab dem ersten Tag

Leeres Parkdeck eines neu gebauten Parkhauses mit Stützen

Projektfakten

Bauwerkstyp
Parkhaus mit Tiefgarage, Neubau
Ort
Kommunaler Neubau
Auftraggeber
Stadtverwaltung
Aufgabe
Feuchte- und Korrosionsüberwachung ab der Bauphase
Verbaute Sensorik
Feuchtigkeitssensoren und Korrosionssensoren (CorroDec 2G)

Herausforderung

Vorsorge im Neubau statt teurer Instandsetzung im Bestand

Die Instandsetzung bestehender Parkhäuser ist aufwändig und teuer. Chloride aus dem Winterbetrieb, Feuchtigkeit und Abgase greifen den Stahlbeton über die Jahre an, und wenn Schäden sichtbar werden, ist die Bewehrungskorrosion meist schon weit fortgeschritten. Genau diese Erfahrung war der Ausgangspunkt für ein anderes Vorgehen.

Bei einem Parkhaus-Neubau entschied sich die Stadtverwaltung deshalb, nicht auf den Schadensfall zu warten, sondern von Anfang an vorzusorgen. Feuchtigkeits- und Korrosionssensoren sollten bereits während der Bauphase in das Bauwerk eingebracht werden. Das Ziel: den Zustand des Neubaus ab dem ersten Tag überwachen, die Bauqualität dokumentieren und das Bauwerk bis zur VOB-Abnahme und darüber hinaus im Blick behalten.

Eine Besonderheit dieses Neubaus verlangte zusätzliche Aufmerksamkeit: Das Dach der Tiefgarage war überbaut und die Abdichtung damit im Betrieb nicht mehr zugänglich. Gerade bei einer nicht einsehbaren Dachabdichtung ist eine spätere Kontrolle kaum möglich, weshalb dem Feuchtemonitoring hier besondere Bedeutung zukam.

Baustelle eines Parkhaus-Neubaus mit Schalung und Bewehrung
Das Bauwerk in der Bauphase. Genau hier kommen die Sensoren hinein, nicht später.

Lösung

Sensorik gezielt in der Bauphase platziert

Infrasolute stattete den Neubau mit Feuchtigkeits- und Korrosionssensoren aus, die genau dort sitzen, wo das Schadensrisiko am höchsten ist. Die Feuchtigkeitssensoren wurden im Entwässerungstiefpunkt der Parkhaus-Decke sowie im Bereich der Entwässerungsfugen der Einfahrtsrampen eingebaut, also an den Stellen, an denen sich Wasser sammelt und Feuchtigkeit ins Bauwerk eindringen kann.

Die Korrosionssensoren kamen in der Standardausführung Corrodec2G zum Einsatz. Sie wurden in den Stützen der Parkdecks und an den am stärksten frequentierten Stellplätzen platziert, dort also, wo die Belastung durch Fahrzeuge und den Eintrag von Feuchtigkeit und Tausalz am höchsten ist. So entsteht ein Netz aus Messpunkten, das die kritischen Bereiche des Bauwerks abdeckt.

Sensor im Bewehrungsgitter einer Betondecke auf der Baustelle, vor dem Betonieren
So kommt ein Sensor ins Bauwerk: eingebunden ins Bewehrungsgitter, bevor betoniert wird.

Ausgelesen werden die Sensoren manuell per Handlesegerät. Alternativ steht eine vollautomatische Fernauslesung zur Verfügung, sodass sich der Aufwand für die Zustandskontrolle an den Betrieb anpassen lässt. Weil die Sensoren fest im Bauwerk verbleiben, ist keine wiederkehrende Nachrüstung nötig: Der Zustand lässt sich über die gesamte Nutzungsdauer an denselben Messpunkten vergleichen, was Veränderungen besonders zuverlässig sichtbar macht.

Eingebauter Sensor in einem Bohrloch neben der Bewehrung Eingebauter Sensor in einem Bohrloch auf dunklem Untergrund Sensor, in Frischmörtel eingebettet, mit Anschlusskabel
Einbausituationen aus der Praxis.

Ergebnis

Bauqualität nachweisen, Kosten senken

Durch die Installation bereits im Neubau ist der Zustand des Parkhauses von Beginn an nachvollziehbar. Corrodec2G ermöglicht eine unkomplizierte Visualisierung des Bauwerkszustands und liefert einen Nachweis der Bauqualität, der bei der Abnahme und im späteren Betrieb gleichermaßen wertvoll ist.

Der eigentliche Nutzen zeigt sich über die Lebensdauer. Weil Feuchte- und Korrosionsereignisse früh erkannt werden, lässt sich eine spätere Betoninstandsetzung erheblich kostengünstiger durchführen. Statt pauschal zu sanieren, kann bei einem Versagen des Oberflächenschutzsystems differenziert reagiert werden. Über die Abfrage der Feuchtigkeitswerte lassen sich die Inspektionsintervalle gezielt steuern, und die Sperrzeiten bei künftigen Instandsetzungen fallen kürzer aus. So werden die Investitionen in das Bauwerk nachhaltig gesichert.

Damit wird aus der Vorsorge im Neubau ein handfester wirtschaftlicher Vorteil: Wer den Zustand von Anfang an dokumentiert, muss später nicht aufwändig nachrüsten und kann Instandsetzungen gezielt und mit geringeren Sperrzeiten planen.

Das Projekt zeigt, wie Betonmonitoring bei Parkhäusern und Tiefgaragen schon in der Bauphase Vorsorge schafft. Sie planen einen Neubau oder eine Instandsetzung und wollen den Zustand Ihres Bauwerks von Anfang an datenbasiert absichern. Schildern Sie uns Ihr Vorhaben über die Projektanfrage, wir empfehlen die passenden Messpunkte und die geeignete Sensorik.

Besonderheiten

Besonderheit
Überbautes Tiefgaragendach, die Abdichtung ist im Betrieb nicht mehr zugänglich
Messpunkte
Entwässerungstiefpunkt der Decke, Entwässerungsfugen der Rampen, Stützen und stark frequentierte Stellplätze
Auslesung
Manuell per Handlesegerät oder vollautomatische Fernauslesung
Nutzen
Nachweis der Bauqualität zur VOB-Abnahme, danach gezielt gesteuerte Inspektionsintervalle

Produkte im Einsatz

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Datenplattform

Alle Messwerte auf einer Plattform

Die Sensoren übertragen ihre Messwerte per Funk an die Datenplattform. Dort werden sie ausgewertet, dokumentiert und laufend gegen Ihre Grenzwerte geprüft.

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Peter Nater Peter Nater

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